Innerer Frieden

Lesedauer ca. 4 – 5 Minuten

Mit diesen beiden Worten verbinde ich eine besondere Form der tiefen Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und Gelassenheit und gleichzeitig eine Verlangsamung bis hin zur Ruhe in meinem Verstand. Es ist ein Zustand, den ich heute nicht nur in der Meditation erlebe, sondern ein Zustand, den ich in diesem Moment des Schreibens aufrufen kann, um ihn mir zu vergegenwärtigen und beschreiben zu können.

Klarer Himmel mit Sonne und weißen Wolken

Doch ich will beim Anfang beginnen, denn innerer Friede war für mich lange Zeit ein Fremdwort. Eigentlich muss ich sogar sagen, dass ich nicht einmal davon wusste, dass es dergleichen gibt oder es gar möglich ist, dass ausgerechnet ich das erlernen kann. Ich war schon als Kind quirlig, redete gern und viel, hatte zahlreiche Ideen, war unternehmungslustig, liebte Geschichten und Musik. 

Wie im Innen – so im Außen

Auf mich traf der Spruch zu: Wie im Innen – so im Außen. In die Arbeitswelt fügte ich mich mehr schlecht als recht ein. Aber es ging schon irgendwie. Die stille Computerarbeit, insbesondere stupide Routinen und Wiederholungen machen mir selbst heute noch zu schaffen, auch wenn sie mir jetzt als gutes Übungsfeld für die Achtsamkeitspraxis dienen. Es war in meiner inneren Welt ständig etwas los: Sorgen über die Zukunft oder Gedanken über die Vergangenheit. Manchmal – an guten Tagen war es der neueste Ohrwurm aus dem Radio oder kreative Ideen für das aktuelle Projekt oder schon solche für das nächste und übernächste. Wann hört das endlich mal auf – hab ich mich immer öfter gefragt und konnte den Lärm fast nicht mehr aushalten.

Wie ist das bei dir? Ist bei dir auch so viel los im Kopf?

Der Monkey Mind

Das war aber nur der eine Teil meiner Innenwahrnehmung. Denn zu meinem lebendigen Affenverstand (Monkey Mind) kam außerdem noch eine Vielfalt unbewusster Emotionen, insbesondere Ängste, die von innerer Kritik und inneren Antreibern erzeugt wurden. Wir alle wachsen in einer Gesellschaft auf, die zahlreiche Erwartungen – manchmal sogar widersprüchliche – an uns stellt. Je nach Alter ändert sich das. 

Jeder von uns führt – meist – unbewusst innere Dialoge (95 % unserer Gedanken finden unbewusst statt). Zu viele davon schränken die eigene Persönlichkeit ein, setzten die Grenzen eng oder gehen über die individuelle Kraft. Dann entstehen zum Beispiel Schuldgefühle, Scham oder gar Ängste. Welche inneren Antreiber oder Kritiker belasten dich am meisten? Welche Gefühle hemmen deinen inneren Frieden?

Ich entscheide mich für Frieden

Wie gesagt, wusste ich anfangs noch gar nicht, wonach ich suchte. Ich merkte jedoch, dass es mir zu viel wurde. Das ich keine Energie und Power wie früher hatte und dass ich ständig aufgewühlt war, manchmal wütend, manchmal ängstlich, meistens sogar eine Mischung aus allem.

Meine erste Maßnahme waren Zettel an allen zentralen Orten in meinem Umfeld – am PC-Bildschirm, auf dem Handy, am Badspiegel, am Kühlschrank. Alle mit der Aufschrift: „Ich entscheide mich für Frieden!“ Immer wenn ich besonders aufgewühlt war, kamen mir die Worte in den Sinn und je öfter ich sie innerlich wiederholte, desto mehr beruhigte sich mein Inneres. Ein erster Schritt war getan. Ich fühlte mich mit dieser einfachen Methode schon so unglaublich gelassen und war ganz beschwingt, wie es gelingen kann, den eigenen Verstand und damit auch die Emotionen zu beruhigen. Wer gerade noch so am Anfang steht, wie ich damals, dem lege ich diese einfache, aber wirkungsvolle Methode sehr ans Herz.

Mini-Achtsamkeit für Zwischendrin

Achtsamkeit ist das bewusste Wahrnehmen des jetzigen Augenblicks. Ich lade dich genau jetzt ein zu deinem Atem zu spüren, während du hier liest. Atmest du tief in den Bauch ein und aus? Oder eher flach und in die Brust? Jetzt weite deinen Blick über den Bildschirm hinaus. Welche Farben siehst du in den Augenwinkeln? Und nun lausche. Was hörst du? Fährt vielleicht gerade ein Auto vorbei? Zwitschern Vögel in deiner Nähe? Und nun schau zu deinen Gedanken, deinem Atem und deinem Körper. Hat dir diese kleine Übung schon etwas mehr Ruhe gebracht? Mir ja 😊

Mit Meditation in die Tiefe schauen

Neben der Achtsamkeit, die leider gar nicht so einfach ist in einen trubeligen Alltag zu integrieren, begann ich mit geführten Meditationen. Damals probierte ich vieles Verschiedenes aus, weil mir nicht so ganz klar war, wohin ich meine Selbstentwicklung lenken sollte. Hast du schon einmal probiert zu meditieren? Wie ging es dir damit? Rückblickend würde ich mit einer Routine für täglichen Bodyscan beginnen. Dadurch lernte ich mich selbst wieder besser zu spüren, was die Voraussetzung für eine optimale Bewältigung von Emotionen ist.

Bei Grübelschleifen und Gedankenpurzelbäumen

Übrigens: Wenn sich deine Gedanken vor der Meditation schon überschlagen, habe ich einen Trick: Stelle einen Timer auf ca. 7 Minuten. Nimm einen Stift und ein A4-Blatt. Lausche in deine Gedanken und schreibe alles auf, was dir gerade durch den Kopf schießt. Ich liebe diese Praxis. Zum einen kann ich vor der Meditation noch alles aufschreiben, wovon ich Sorge habe, es womöglich zu vergessen und zum anderen verlangsamen sich dadurch meine Gedanken und gehe ich viel ruhiger in die Meditation und komme so meinem inneren Frieden gleich etwas näher. Du kannst die Übung natürlich auch ohne anschließende Meditation machen. Sie eignet sich zum Beispiel, um über Sorgen zu schreiben und diese dann aktiv loszulassen, zum Beispiel indem du das Papier dann symbolisch verbrennst.

Glaubenssätze auflösen

Glaubenssätze sind innere Aussagen, die wir für wahr halten:

  • Ich kann nicht gut mit Geld umgehen.
  • Ich bringe nie etwas zu ende.
  • Ich bin halt so und so…

Du erkennst Glaubenssätze an Signalwörtern wie „nie“ und „immer“ oder auch „müssen“. Es sind generalisierte Aussagen über dich selbst oder über die Welt. Unser Gehirn hat diese „Gesetze“ für dich definiert, damit du leichter durch den Alltag navigieren kannst. Leider hat es dabei auch Glaubenssätze integriert, die uns schaden oder zumindest ausbremsen in unserer Entwicklung oder gegen unseren inneren Frieden wirken.

Mit „The Work“ hat Byron Katy ein leicht anzuwendendes Fragesystem entwickelt, mit dem du deine Glaubenssätze auflösen kannst. Meine Erfahrung ist, dass dieses System gut, aber auch schlecht funktioniert. Probiere es aus. Tiefsitzende Glaubenssätze, die starke Emotionen auslösen, habe ich bei mir mit Achtsamkeit bzw. mit der Introvisionsmethode aufgelöst. Gern zeige ich dir, wie du das für dich erlernen und anwenden kannst. Mit dem Auflösen von Glaubenssätzen kannst du schon einen wichtigen Schritt hin zu innerem Frieden gehen.

Lachyoga und innerer Frieden

Nicht zuletzt ist regelmäßiges freies Lachen der beste Reiniger für negative Gedanken, Emotionen oder Grübelschleifen. Denn bei aller Mühe mit unseren Emotionen und unseren Glaubenssätzen ist der Körper selbst ein wirkungsvoller Zugang, um genau das Lebensgefühl aktiv zu erzeugen, von dem wir besonders viel im Leben haben wollen. Denn du kannst nicht gleichzeitig lachen und grübeln. Du kannst nicht gleichzeitig lachen und ängstlich sein.

Von ganzem Herzen wünsche ich Dir ein Leben in innerem Frieden, ganz viel Freude und Leichtigkeit. Danke, dass es dich gibt und du bis hierher gelesen hast.

Hast du schon Erfahrungen mit den Methoden gemacht? Wie haben Sie dir bei deinem inneren Frieden geholfen? Schreib es gern in die Kommentare.

Wenn du Fragen oder Anliegen hast, komm gern auf mich zu (lachen@sindy-schoss.de). Wenn du keinen Blogbeitrag verpassen willst, dann schreibe mir eine Mail mit dem Betreff „Newsletter“ und ich informiere dich, wenn ich den nächsten Beitrag veröffentlicht habe.

Sonnenaufgang, kleine Wolken am Himmel

2 Responses

  1. Danke für diesen ausführlichen Blog Betrag !! Ja mir ging ,und geht es teilweise immer noch so . Sehr schön geschrieben. Ich habe mir mit Affirmationen geholfen. Allerdings so unter Tag vergisst man es gern.. LG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert